Mit modernen Umgangsformen in Asien gut ankommen, von Birgit Eggerding, bvfsi-Vizepräsidentin

Immer wieder werden wir von Urlaubs- und Geschäftsreisenden auf Moderne Umgangsformen in Asien angesprochen.

Dazu geben wir gerne die nachstehenden Benimm-Empfehlungen.

So können Missverständnisse vermieden, Fettnäpfchen umgangen und ein besseres Verständnis für die andere Lebenskultur geschaffen werden.

 

Schon bei der Ankunft auf dem asiatischen Kontinent wird deutlich, wie wichtig Pünktlichkeit für Asiaten ist. Ist ein Treffen vereinbart, ist es von großer Bedeutung, dort pünktlich zu erscheinen. Ebenso wird eine angemessene Vorbereitung auf den Termin erwartet. Stehen Sie den Geschäftspartnern oder Privatpersonen gegenüber, ist es üblich, sich gegenseitig eine Visitenkarte zu überreichen. Diese muss zwingend mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung übergeben werden. Der Karten-Empfänger sollte sich die Karte einige Sekunden ansehen und aufmerksam lesen. Dies ist eine wesentliche Geste der Höflichkeit in allen asiatischen Ländern.

 

Während einer Zusammenkunft ist es von Bedeutung, dass man sich als Gast zurückhaltend verhält. Spontane Wortmeldungen oder gar lockere Sprüche sind absolut unerwünscht und nicht üblich. Auch bei Unstimmigkeiten sollten Worte so gewählt werden, dass eine Person immer ihr Gesicht wahren kann und sich nicht vorgeführt oder gar bloßgestellt fühlt. Dies gehört ebenso zur Geschäftskultur wie die passende Kleidung: mit einem dunklen Anzug oder dunklen Kostüm ist die richtige Wahl getroffen, um im asiatischen Raum geschäftlich gut anzukommen. Ein freizügiger Ausschnitt oder ein kurzer Rock sind unpassend und würden von inhaltlichen Gesprächsthemen nur ablenken.

 

Zum guten Ton gehört es auch, dass einer Essenseinladung eine Gegeneinladung folgt. Die asiatische Tisch- und Esskultur unterscheidet sich gar nicht so sehr von der europäischen: Stäbchen werden neben Reisschalen abgelegt und niemals in den Reis gesteckt. Besteck findet keine Tischberührung mehr, wenn es einmal in die Hand genommen wurde. Immer seitlich am Tellerrand ablegen. Muss man sich schnäuzen, empfiehlt sich das Aufsuchen des Waschraums, denn laute Geräusche, die nicht vom Essen herrühren, gelten als unkultiviert. Jeder Gang der einem serviert wird, sollte unbedingt probiert werden. Etwas Angebotenes abzulehnen wird mit schlechtem Betragen gleichgesetzt, ebenso wenn man den Teller komplett leer essen würde. Dies wäre ein Zeichen, dass man nicht satt geworden ist. Die Achtsamkeit gebietet es, das Getränk des Gastes stets nachzugießen, bis dieser dankend ablehnt und das volle Glas beiseite stellt, ansonsten wird immer weiter getrunken. Genau wie hierzulande ist es allgemein gültig, dass derjenige die Rechnung begleicht, der zum Essen eingeladen hat.

 

Wenn man Asiaten aufmerksam beobachtet, kann man sehen, dass diese beim Lachen immer wieder die Hände vor den Mund halten. Denn „Zähne zeigen“ gilt als unanständig und lautes Lachen ist ganz tabu.

Sind Sie in ein Privathaus eingeladen, so loben Sie nicht die Kunstobjekte, die sie dort sehen. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass der Gastgeber ihnen dieses dann schenken „muss“, da es die gute Sitte so verlangt. Ebenso gute Sitte ist, beim Betreten eines Hauses die Schuhe auszuziehen.

Nun wünschen wir Ihnen spannende Erlebnisse in Asien und eine gute Reise.

 

Bei weitergehenden Fragen schreiben Sie uns, wir antworten gerne.

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