Handhabung und Rituale rund ums Weihnachtsfest

Der Umgang mit der Weihnachtspost

Persönliche Weihnachts-briefe oder Weihnachtskarten: sollten persönlicher sein als die normale Geschäftskorrespondenz. Der Empfänger sollte erkennen, dass nur er gemeint ist. Standardformulierungen wie z.B. nur „Frohe Weihnachten“ und sonst keine Worte lassen eine Wertschätzung nicht erkennen.  Eventuell kann man gemeinsame Erlebnisse aus dem ablaufenden Jahr einfließen lassen, auch in der Geschäfts-Weihnachts-Korrespondenz. Der Empfänger wird sich gerne an die Begebenheit erinnern – da sowieso nur positive Erlebnisse einfließen dürfen. Auch für die Weihnachtspost gilt: in der Kürze liegt die Würze. Lange Bandwurmsätze kann man leicht vermeiden: sobald man den Text laut vorliest, entwickelt man das Gespür, ob der Satz zu lang oder angemessen ist. Ebenso sollte der Stil des Weihnachtsgrußes an die jeweilige Branche angepasst sein. Eine Weihnachtskarte an ein IT-Unternehmen kann lockerer formuliert werden als an einen Bankangestellten. Im Geschäftsleben ist es eher unüblich, doch in der Weihnachtspost darf die Anrede gerne „Lieber Herr …“ sein. Sie ist persönlicher als „Sehr geehrter Herr …“. Auf die Formulierung „gesegnete Weihnachten“ sollte verzichtet werden, da man nicht immer weiß, ob der Empfänger ein gläubiger Christ ist und wie er zu christlichen Festen generell eingestellt ist. Die Unterschrift sollte, eigenhändig geschrieben und gut lesbar sein. Vorzugsweise mit blauer Tinte, denn die Farbe blau vermittelt, genau wie bei der Kleidung, Vertrauen. Der Vor- und Zuname wird ausgeschrieben und damit der Leser sofort erkennt, wer ihm schreibt. Unter der Unterschrift ist im Idealfall, der gedruckte Name sowie die Position im Unternehmen zu lesen. So kann Ihr Leser auf einen Blick erkennen, von wem die Weihnachtsgrüße kommen. Wir empfehlen, die Weihnachtspost innerhalb Deutschlands zwei bis drei Wochen vor dem Fest zu versenden.

 

Weihnachts-Geschenke annehmen oder ablehnen?

 

Zu den Gepflogenheiten an Weihnachten gehört es, sich gegenseitig zu beschenken. Doch auch hier ist Fingerspitzengefühl angezeigt, wenn der Weihnachtsabend für alle fröhlich enden soll. Dem Beschenkten soll das Geschenk das Gefühl vermitteln, dass die Gabe speziell für ihn ausgesucht wurde. Dass der Geber sich Gedanken gemacht hat, sollte erkennbar sein. Der Schenker freut sich, wenn seine Gabe gut ankommt und die damit verbundene Botschaft der Wertschätzung Ausdruck findet. Sollte dem Beschenkten die Gabe nicht hundertprozentig gefallen, sollte er seine etwaige Enttäuschung für sich behalten. Es gehört zum Leben, auch mit unerfreulichen Dingen umgehen zu können und die Contenance zu wahren. Trifft ein Präsent einmal nicht den Geschmack des Beschenkten, ist es ratsam, im nächsten Jahr einen Weihnachtswunschzettel zu schreiben. Auch Erwachsene können durchaus so verfahren. Viele Angehörige sind dankbar, dass sie Anhaltspunkte haben, worüber sich die Verwandten freuen würden. Zurückgegeben sollte ein Geschenk aber niemals und eine Weitergabe an andere Personen empfiehlt sich ebenso wenig. Bei aller Freude darf auch der Dank für das Geschenk nicht vergessen werden. Doch es verbietet sich, nach dem Preis einer Gabe zu fragen. Gerne schenken Großeltern z.B. auch Bargeld in einem Umschlag. Wenn man mit den Schenkenden alleine im Raum ist, sollte man diesen sofort öffnen und sich bedanken. Sind andere Personen anwesend, kann man den Umschlag auch später öffnen und sich am nächsten Tag telefonisch bedanken. Wird am Weihnachtsabend Wein oder eine Pralinenschachtel als Präsent mitgebracht, müssen diese Geschenke aber nicht direkt geöffnet werden. Wir wünschen viel Freude beim Schenken oder Beschenkt werden und schließen mit einem Satz des römischen Dichters Ovid: „Welches auch die Gaben sein mögen, mit denen du erfreuen kannst, erfreue.“

 

Weihnachtsbesuch – Freude oder Pflicht?

Das Weihnachtsfest kommt jedes Jahr mit vielen Ritualen und althergebrachten Gepflogenheiten daher. Dazu gehört auch der Weihnachtsbesuch unter Freunden oder auch Familienmitgliedern. Um den Weihnachtsbesuch mehr Freude als Pflicht werden zu lassen, kann man mit ein bisschen Planung und Wohlwollen das Fest zu einem Erlebnis für alle werden lassen. Genaue Absprachen im Vorfeld sollten getroffen werden zu: Wo wird das Weihnachtsfest gefeiert? (Zuhause oder in einem Restaurant?) Wer übernimmt federführend die Organisation? Kochen oder ein Catering ordern? Weihnachtsgans oder vegetarisches Essen? Mit welchen kleinen Aktionen kann die Zeit des Weihnachtsbesuchs gestaltet werden? Wenn im Vorfeld viele Details abgesprochen werden, kann das Fest so gelingen, dass alle sich wohlfühlen. Der Umgang mit Blattgold im Essen Es ist Mode geworden, Speisen und Getränke ein bisschen Glamour zu verleihen: immer häufiger auch mit Blattgold. Mittlerweile gibt es Sekt mit Blattgold, Desserts mit Blattgold oder Suppen mit einem Hauch von Edelmetall. In angesagten Szene-Lokalen wird sogar eine einfache Currywurst mit geschmacksneutralem Blattgold serviert. Gold ist nicht toxisch und wird vom Körper einfach wieder ausgeleitet, wie in Fachkreisen publiziert wird. Da Gold keinerlei Wirkung auf den Körper hat und lediglich den Zweck einer dekadenten Dekoration auf meist hochwertigen Speisen hat, bezieht der bvfsi Stellung: Auf die Bestellung von Speisen mit Blattgold im Restaurant verzichten? Am Buffet die Desserts mit Blattgold lieber stehen lassen? Besser nicht: den Gastgeber mit Worten zu „unnötiger Verschwendung“ von Edelmetall konfrontieren. Bestimmt wollte er seinen Gästen etwas Besonderes bieten. Doch je mehr Desserts mit Blattgold auf einem Buffet stehen bleiben, desto lehrreicher für den Gastgeber und vielleicht auch für den Gastronomen. Der bvfsi empfiehlt: verzichten Sie auf Blattgold als Gastgeber sowie auch als Gast. Denn Gold im oder auf dem Essen hat keinerlei Nährwert und ist reine Verschwendung. Wir plädieren für das Verschwenden von Lebenszeit – an ihre Mitmenschen, vielleicht mit einem kurzen Gespräch oder auch nur einem Lächeln. Denn Sie wissen ja: Wer lächelt, sitzt an der Quelle des Lebens.


Autorin: Birgit A. Eggerding (Vizepräsidentinbvfsi)


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