Digitale Etikette

fotolia.de
fotolia.de

 

Die Digitale Etikette stellt ein Verhaltensregelwerk dar, welches sich auf zeitgenössische aktuelle Normen beruft und das sich auf die Erwartungen an das Sozialverhalten innerhalb digitaler Netzwerke bezieht. Die Digitale Etikette wird vom Begriff Etikette hergeleitet und symbolisiert die Etikette in der digitalen Umgebung. Der Ausdruck ‚Etikette‘ überträgt sich daraus, sich anständig zu betragen und den Regeln am Hofe unterzuordnen. Jahrhunderte lang immer mehr verbreitet und begründen den heutigen Status der Etikette.

 

Digitale Etikette bezeichnet ein Abbild, bei dem die Anstandsregeln der klassischen Kommunikation, der schriftlichen Korrespondenz und des direkten Kontaktes, in das Medium Internet übertragen werden. Hier kommt das bisher größte Problem in der Digitalen Etikette zum Vorschein. Im Unterschied zur gelebten Etikette setzt die Digitale Etikette auf einen fundamental anderen Ansatz.

 

Ein Beispiel: Bei einem Empfang einer japanischen Delegation in Deutschland wird sich diese versuchen sich an die kulturellen Gegebenheiten anzupassen. Im Internet ist dies nicht möglich. Den Text, den ein deutscher Autor verfasst, kann er nicht so schreiben, dass alle Kulturen gleichermaßen davon ausgehen können, dass er sie darin berücksichtigt hat. Er muss diesen Text so schreiben, dass er vollkommen seinen kulturellen Eigenarten entspricht.

 

Ein Novum in der zukünftigen Kommunikation. Kulturelle Unterschiede wurden in der bisherigen Kommunikation versucht verstanden, begriffen und angewendet zu werden. Ziel der Digitalen Etikette ist, eine möglichst für alle Teilnehmer angenehme Art der Kommunikation zu finden.

 

Ein „Guten Morgen“ oder „Hallo“ ist, je nach Situation, richtig oder falsch. Wenn schon die persönliche Begrüßung und Verabschiedung im realen Leben so schwierig ist, wie sieht es dann erst im Internet aus? Im Internet sind Begriffe für die Begrüßung und Verabschiedung bereits angekommen. Oft werden diese jedoch als Abkürzungen benutzt. Schreiben Sie deshalb in der schnellen schriftlichen Kommunikation des Internets alle Phrasen und Abkürzungen komplett aus. Sie würden im realen Leben niemals „HG“ oder „mfg“ aussprechen.

 

In Deutschland halten sich immer weniger Nutzer an die Digitale Etikette, dies hat Microsoft hat mit dem Digital Civility Index, einem digitalen Höflichkeitsindex, untersucht. Dazu gehören unteranderem Diskriminierung, Rufschädigung, Cyber-Mobbing oder sexuelle Belästigung. Die Studien-Macher haben aus den Antworten einen Indexwert errechnet, der zeigen soll, wie sehr sich die Menschen an die Digitale Etikette halten.

 

Dies ist jetzt nur eine Momentaufnahme, sie zeigt mir aber, dass wir uns langsam aber stetig immer mehr im Internet in einen rechtsfreien Raum bewegen, in der jeder alles machen darf.

 

Für Deutschland, einem zivilisierten Land, ist dieser Index erschreckend. 62% der Deutschen haben bereits einer der obigen Risiko-Situationen erlebt. Das ist eine erschreckend hohe Zahl. Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, zeigen immer wieder die Verurteilungen wegen Verfehlungen im Internet.

 

Nutzen sie die Möglichkeit, die Ihnen die Digitale Etikette gibt und wehren Sie sich mit Anstand und Höflichkeit gegen diesen Trend. Sie werden sehen, dass Sie allein damit Erfolg haben werden.

Autor: Bernd Braun, Vizepräsident bvfsi, Experte für Ihr mobiles & multimediales Image

Social Media & iTrainer

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0