Mythos Blond

Blondine Heidi Klum
Blondine Heidi Klum

Blond ist etwas besonderes - und dafür gibt es sogar wissenschaftliche Begründungen.

 

Welche Assoziationen löst das Wort „Blond“ spontan aus? Langes Haar, sexy Erscheinung, groß, schlank, lebensfroh, aufgeschlossen - vermutlich. Subjektive Beurteilungen, die untermauert werden, weiß auch Dr. Re´ne Rust, wissenschaftlicher Experte bei Procter&Gamble und Wella.

So wurde unlängst in Skandinavien untersucht, welche Erfahrungen Frauen machen, deren Haarfarbe von dunkel auf blond verändert wurde. Und siehe da: sie wurden häufiger angesprochen und angeflirtet, sie erhielten im Restaurant einen besseren Tisch und wurden generell als attraktiver beurteilt als in ihren dunklen Jahren. Kleiner Schönheitsfehler: Mit blondem Haar galten sie zugleich als naiver und etwas weniger elegant als Dunkelhaarige.

 

Blond gleich gut?

 

Eine weitere Studie, durchgeführt in Australien, beleuchtet die Einkommenssituation von rund 134.000 Frauen: Demnach verdienen blonde Frauen im Schnitt sieben Prozent mehr als brünette oder schwarzhaarige! Und dennoch sind es die Letztgenannten, die tendenziell als zuverlässiger wahrgenommen werden, als gebildeter und verantwortungsbewusster. Es sind die dunkelhaarigen Frauen, die geerdet sind, und die blonden, die das Leben deutlich leichtfüßiger nehmen.

Es ist kollektives Empfinden, dass wir blondes Haar als das äußere Merkmal bestimmter Charakter-Eigenschaften sehen.

 

Blondhaar steht für das Positive und Schöne - in Märchen, Fabeln, Legenden, aber auch in Comics oder TV-Serien.

 

Viele Beispiele kann Psychotherapeut, Coach und Redner Dr. Stephan Lermer nennen: die Loreley, Fausts Gretchen, die so leidenschaftlich liebte, auch die Barbie-Puppe - alle blond.

Alle gut. Auch deutsche Märchen arbeiten mit diesem Muster. Gute Feen, Schutzengel, Prinzessinnen und mildtätige Königinnen werden als blond oder gar goldhaarig beschrieben. Wir alle sind aufgewachsen mit diesen Bildern und deshalb erfreuen wir uns im Fernsehen auch an Michelle Hunziger, Sylvie van der Vaart, Heidi Klum oder Barbara Schöneberger.

 

Farbe mit Seltenheitswert

 

Für hohe Wertschätzung, so vermutet Dr. Rene´ Rust, gibt es ein ganzes Bündel von Gründen: Da ist zum einen die relative Seltenheit dieser Haarfarbe. Weit unter fünf Prozent der Weltbevölkerung ist naturblond. Der Wissenschaftler: „Was selten ist, wird begehrt; es liegt in der menschlichen Natur, haben zu wollen was man nicht hat.“ Blond ist etwas Besonderes, ist exklusiv, außergewöhnlich. Es kommt erschwerend hinzu, so Dr. Stephan Lermer, dass die Zahl eher rückläufig ist, Denn die Eigenschaft „blondes Haar“ liegt auf einem rezessiven Gen, das nur dann zum tragen kommt, wenn es beide Elternteile in sich tragen. Der „Wert“ der Blondine steigt also - auch als Trophäe des erfolgreichen Mannes.

Der erfahrene Coach: „Er weiß sich der Anerkennung seiner Geschlechtsgenossen sicher.“

„Wir haben haben die Gleichsetzung von blond und jung verinnerlicht“, erklärt Dr. Rene´Rust, „und verbinden unterbewusst das Ideal der Jugend und Jugendlichkeit mit der hellen Haarfarbe.“

 

Was ist dran am Blondinen-Witz?

 

Trotzdem halten sich bei all dieser Bewunderung Blondinen-Witze hartnäckig. Sie haben möglicherweise einen wahren Kern, vermutet der Psychotherapeut, wenngleich gnadenlos überspitzt. Dr. Stephan Lermer: „Blonde Frauen erleben von klein auf, dass sie gelegentlich ohne Leistung Erfolge haben. Möglich, dass die eine oder andere sich größere intellektuelle Anstrengungen erspart und eine auch mal auf’s Abitur verzichtet - weil sie auch ohne auskommt.“

Er unterscheidet grundsätzlich drei verschiedene Blondtypen: Typ „Ja gerne“ erfreut sich an seinem Blondhaar, muss tatsächlich wenig tun, und Zuspruch und Anerkennung fallen ihm in den Schoß. Typ „Extra nicht“ ignoriert die Haarfarbe und verlangt auch von Freunden und Kollegen, einzig Leistung und Persönlichkeit zählen zu lassen. „Typ drei: B&B - Blond & Brain. Das ist beispielsweise eine Frau wie die Schauspielerin Maria Furtwängler, die sich ihr Blond-Sein nicht verbieten lässt und damit spielt, die es einsetzt und zugleich Köpfchen beweist.

 

Abschließend noch ein Trostwort für alle, die mit Blond einfach nichts anfangen können: Dunkelhaarige gelten als temperamentvoller, hätten mehr Biss und könnten ganz schön gefährlich sein - meint übrigens auch Dr. Stephan Lermer.

 

Und was sagt die Farbberaterin dazu?

 

Zunächst einmal steht jeder Person die von Natur aus genetisch bedingte Haarfarbe am besten.

 

Trotzdem hat die eine oder andere Kundin den Wunsch sich „haarfarblich“ zu verändern und möchte blond werden, auch wenn sie eigentlich eine Brünette ist.

 

Dabei kommt es auf die Feinheiten an, denn Blond ist nicht gleich Blond, und nicht jede Nuance passt zu jedem Gesicht. Wichtig dabei ist zwischen dem kühlen und dem warmen Farbtyp zu unterscheiden und auch das Blond dementsprechend zu wählen.

 

Quelle: TOP HAIR International Ausgabe 21/2013, bearbeitet von Helga M. Hummel (Friseurmeisterin)

 

 

 

 

 

 

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Kleiner Leitfaden...
Viel Blondes von TOP HAIR International Ausgabe 21 (Quelle)
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